Stimmungsaufheller für besseres Stress-Management

Johanniskraut und seine Nebenwirkungen

Johanniskraut ist das wohl beliebteste Soft-Antidepressivum. Schnell greifen viele Menschen zu Johanneskraut, ohne den eigentlichen Wirkmechanismus zu kennen. Johanniskraut bestimmt die Lichtempfindlichkeit so, dass man empfindlicher auf Licht und Sonne reagiert. Gerade in der dunklen Jahreszeit mag dies die Wirkung erklären, die Johanneskraut oberflächlich gesehen zeitigt. Gleichwohl kann sich der Genuss von Johanniskraut mit anderen Medikamenten mit starken Nebenwirkungen verbinden. Als Körperlich gefährlich kann sich der Genuss von Johanniskraut in Wechselwirkung mit anderen Medikamenten erweisen. Johanniskraut verstärkt im Körper die Bildung bestimmter P450-Cytochrome, die am Abbau von etwa der Hälfte aller Medikamente beteiligt sind. Werden die Enzyme vermehrt gebildet, so bauen sie die Medikamente mitunter so stark ab, dass die Wirkung ausbleibt. Betroffen sind unter anderem Immunsuppressiva Gerinnungshemmer, Protease-Inhibitoren und vermutlich auch die Anti-Baby-Pille. Dies kann zwar die Freude auf ein Kind erhöhen, doch bei ungewollter Schwangerschaft erzeugt auch dieses wiederum eher eine Depression. Auf die Wirkung von synthetischen Antidepressiva dagegen hat Johanniskraut genau die entgegengesetzte Wirkung: Da das Pflanzenmittel ebenso wie Trizyklika oder SSRIs die Wiederaufnahme von Neurotransmittern hemmt, können sich diese Stoffe gegenseitig verstärken. Das wiederum macht Johanniskraut gerade bei der Therapie von Depressionen sehr unberechenbar und gar gefährlich. Einfach formuliert verstärkt es also nicht nur die Lichtempfindlichkeit sondern kann sogar zum grellen Gegenteil ausschlagen. Einige weitere Nebenwirkungen von Johanniskraut sind allergische Hautreaktionen, Müdigkeit, Unruhe und Magen-Darm-Beschwerden. Hinzu kommt, dass der Körper bei Überreizungen immer mit einer Verdünnung reagiert, was bei einem schwachem Stoffwechsel sogar zu Bettnässen führen kann. Wenn man dazu noch bedenkt, dass Johanniskraut nicht an die eigentliche Ursache einer Depression geht, nämlich dem Serotoninmangel, dann sollte man sich für Stimmungsaufheller entscheiden, die vernünftiger herangehen.